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SCHOTTENRADIO IN DER NEUEN BAD KREUZNACHER ZEITUNG QUELLENNACHWEIS: ERSCHIEHNEN IN DER NEUEN BAD KREUZNACHER ZEITUNG • KW 13 - 26. März 2009 • Seite 14 Keltische Musik, Klassiker und Mc DudelVon Spall aus wird das „Schottenradio“ weltweit gesendet SPALL. Der vielfältig tätige Spaller Künstler mit schottischen Wurzeln Basil Wolfrhine hat die Region und diesmal gar die ganze Welt um eine weitere Attraktion bereichert: Zusammen mit Carsten Mies betreibt er das Internetradio schottenradio.de. Grund genug die Macher in Spall zu besuchen und zu befragen.
Seit wann gibt es das Schottenradio? Basil: Seit 28. Juni 2008. Wie ist die Resonanz bis jetzt? Basil: Sehr gut. Wir haben natürlich in der Szene auf das Startdatum hingewiesen. Am Starttag sind dann sehr schnell die Server zusammengebrochen. Schon in der ersten Woche erhielten wir 80 Emails. Wir hatten gar nicht die Zeit die Technik zu verfeinern, wie ursprünglich gedacht. Carsten: Die Resonanz steigt ständig. Mittlerweile haben wir alleine für unser Forum 1500 Anmeldungen. Wen sprecht Ihr an, warum ein weiterer Radiosender? Basil: Wir wollen auch die Hörer ansprechen, die „normale“ Musik hören und zeigen, dass schottische und keltische Musik nicht automatisch mit Dudelsackmusik gleichzusetzen ist. Wir wollen den Leuten schottische Kultur näher bringen. Wir spielen keltische Musik von A bis Z, klassische Songs bis hin zu Metal. Das alles in verschiedene Sendeformaten verpackt. Es ist für jeden etwas dabei. Wie kam die Idee zustande? Basil: Ich spiele seit 1998 in meinem Musikprojekt. Aber trotz vieler Veröffentlichungen liefen wir nie im Radio. Auf der Musikmesse habe ich seiner Zeit das erste Mal von Internetradio gehört. Wir wollten ein Forum schaffen für alle Bands, die das gleiche Problem haben wie wir. Es gab ein solches Radio nicht, also mussten wir es selbst machen. Mit den vielen technischen Schwierigkeiten hatten wir allerdings nicht gerechnet (lachen beide). Carsten: Mittlerweile sind wir sehr weit, kleine Fehler verzeihen uns die Hörer noch. Unser Anspruch ist professionelle Qualität. Wie finanziert Ihr das Ganze? Basil: Aus der eigenen Tasche. Wir machen das aus Spaß, Showbusiness ist unser Leben. Der Umgang mit den Hörern per Email macht einfach Freude. In Zukunft ist ein Werbeanteil in der Finanzierung möglich. Wir wurden auch schon von Hörern angesprochen ob nicht eine Spende möglich ist. In Großbritannien ist das ganz normal. Ihr moderiert zu viert. Wie schafft Ihr das? Basil: Ungefähr 40% sind live moderiert. Der Anteil soll steigen. Den Rest übernimmt zu Zeit unser Maskottchen, der Auto DJ MacDudel. Wenn der dann um 24 Uhr Feierabend macht, gibt es manchmal noch Basils Late Night Show . MacDudel, der Dudelsack wird übrigens auch bald eine eigene Live-Radioshow machen. Die Welt aus der Sicht des Dudelsacks sozusagen. Wo leben die Hörer von Schottenradio? Basil: Wir haben uns bewusst für ein deutschsprachiges Radio entschieden. Aber wir stellen immer wieder fest, dass wir weltweit gehört werden. Sehr viele Hörer kommen auch aus Frankreich, Holland, USA – aus der ganzen Welt. Deshalb verstehen wir uns nicht als regionales Radio. Das einzige Regionale haben wir im Programm wenn wir aus dem Editorial von der Neuen Bad Kreuznacher zitieren. Da bekommen wir dann Fragen aus Hamburg, warum man denn eine Kreuznacher Zeitung lesen soll und wir sagen dazu, dass sich das lohnt (lacht). Allerdings ist die Resonanz auch regional groß. Ich wurde letztes Jahr auf dem Jahrmarkt von zwei Jugendlichen angesprochen, ob ich nicht der Basil von Schottenradio sei. Da gab es uns erst zwei Monate. Gleichzeitig stehen wir mittlerweile auch im BBC-Radioverzeichnis. In aller Kürze, für die Leser die die schottische „Bewegung“ in Spall nicht kennen. Wie kam es dazu? Basil: Vor 21 Jahren haben wir dieses Bauerngehöf gekauft und dann auch das kleine Schottlandmuseum eingerichtet. Das schlug ein wie eine Bombe, viele Fernsehsender (RTL, ZDF) haben berichtet. 1993 habe ich den Club Claymore für schottische Tradition gegründet. Wir waren sechs Leute, mittlerweile haben wir in Deutschland über 1600 Mitglieder. 1998 kam die Musik dazu. 2002 kam Carsten dazu, der auch keltische Musik mag und macht. Das Kult im Kilt Festival und vieles mehr ist entstanden. Ist das Tragen des Kilts Pflicht? Basil: Wir tragen den Kilt wie wir wollen und empfehlen das auch jedem anderem, der das Gefühl von Freiheit und Abenteuer erleben möchte. Und was ist unter dem Kilt? Carsten: Die Zukunft Schottlands... Basil: ... oder Bayerns oder wo auch immer der Träger her stammt (herzliches Gelächter). Vielen Dank für das Gespräch. Spall ist doch immer wieder einen Besuch wert! |